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Like a Dream

Bücher-Blog des homoerotischen Internetportals "Like a Dream" (www.like-a-dream.de). Hier werden vorwiegend homoerotische Romane vorgestellt, aber auch Kinder- und Jugendbücher.

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Imperia – Im Schatten des Drachen

Imperia - Im Schatten des Drachen - Laurin Dahlem

Story:
Seit seiner Kindheit ist es Haos größter Wunsch Mitglied der ehrwürdigen Kaisergarde zu werden und seine Kräfte dafür einzusetzen, Imperias Herrscher vor aufrührerischen Yin (Menschen, die über die Elemente herrschen) zu schützen. Seine Sehnsucht wird stärker, als er Kyu-Sung, Bastardsohn des Kaisers, eines Tages beim Kampf gegen einen Asche-Yin unterstützt und diesen näher kennenlernt. Mit Kyu-Sungs Unterstützung gelingt es Hao endlich zu den Prüfungen zugelassen und letztendlich in die Kaisergarde aufgenommen zu werden. Die Wünsche des jungen Mannes scheinen sich endlich zu erfüllen, insbesondere da seine Sehnsucht nach Kyu-Sung von diesem geteilt wird. Doch schon bald muss sich Hao einer Gruppe Rebellen stellen und die Ansichten und Not der Menschen wecken in ihm Gedanken, die sich für einen Gardisten nicht ziemen. Dennoch beginnt er sich über das System der Kaisers und der Yin Gedanken zu machen – mit fatalen Folgen …

 

Eigene Meinung:
Mit Laurin Dahlems „Imperia – Im Schatten des Drachen“ legt der In Farbe und Bunt Verlag erstmals einen queeren Fantasyroman vor, der in dem fiktiven, asiatisch angehauchten Reich Imperia spielt. Der 370-seitige Roman liegt als eBook und Taschenbuch vor und markiert das Verlagsdebüt von Laurin Dahlem, die bisher im Selfpublishing aktiv war.

 

Inhaltlich wartet der Autor mit einer sehr schönen, spannenden Fantasywelt auf, die den Leser binnen weniger Seiten in den Bann zieht. Das asiatische Setting ist durchweg gelungen, ebenso die Figuren, die man schnell ins Herz schließt. Auch die Geschichte verspricht eine Menge Spannung, Action und Gefühl, denn Laurin Dahlem bietet einen guten Mix aus Abenteuern, Geheimnissen und Romantik, so dass man das Buch nur schwer aus der Hand legen kann. Man fiebert Haos Prüfungen zum Kaisergardisten mit, amüsiert sich über dessen Gespräche mit seinem Lebensgeist LiFei und verfolgt neugierig, wie sich zwischen dem jungen Mann und Kyu-Sung eine zaghafte Liebe anbahnt. Allerdings kann Laurin Dahlem die Spannungskurve nicht bis zum Ende halten, was daran liegt, dass gerade in den letzten Kapiteln zu viel zusammengefasst wird und man nicht mehr Teil der Geschichte ist. So ausführlich der Anfang und die Prüfungen zu Beginn des Romans sind, so überstürzt und hektisch wird das große Finale zu Papier gebracht. Man wünscht sich, dass sich der Autor mit den letzten großen Kämpfen mehr Zeit gelassen oder sogar einen Cliffhanger mit Verweis auf einen zweiten Band eingebaut hätte, als die Geschichte auf derart unpassende Weise zu beenden. So vergibt er eine Menge Chancen, denn überstürzte, zusammenfassende Erzählweise und das Ende passen nicht zum restlichen Roman. Auch fallen immer mehr Logiklücken ins Auge, ebenso verhalten sich einige Charaktere unglaubwürdig, was das Lesevergnügen zum Ende hin erheblich trübt.

 

Die Charaktere sind bis auf wenige Ausnahmen in sich logisch und wachsen einem schnell ans Herz. Hao ist ein selbstbewusster, stolzer, junger Mann, der das Herz am rechten Fleck hat und dem Ungerechtigkeit ein Gräuel ist – weswegen er letztendlich einsehen muss, dass der Kaiser und seine Gesetze nicht immer Imperias Wohl im Blick haben. Kyu-Sung ist im Gegenzug dazu loyal bis zum Äußersten – für ihn steht das Wort des Kaisers über allem. Als Bastard hat er einen schweren Stand, den er mit unermüdlichem Ehrgeiz, Ausdauer und Kampfkraft wettmacht.
Die übrigen Figuren haben mal längere, mal kürzere Auftritte – hin und wieder werden Kapitel aus ihrer Sicht erzählt. Einige Nebencharaktere scheinen zu Beginn wichtig für die Handlung zu sein, verschwinden jedoch manchmal sang- und klanglos, was schade ist. Hier reizt Laurin Dahlem das Potenzial nicht vollständig aus, da man wesentlich mehr Komplexität und Tiefe hätte gewinnen können, wenn man einigen Personen eine größere Rolle beigemessen hätte. Dafür mausern sich die Lebensgeister zu kleinen Helden – allen voran LiFei, der nie um eine Antwort verlegen ist und Hao mehr als einmal verbal in den Senkel setzt.

 

Stilistisch gibt es wenig zu bemängeln – Laurin Dahlem hat einen mitreißenden, fesselnden Stil, der dafür sorgt, dass man das Buch nur schwer aus der Hand legen kann. Der Einstieg in die asiatische Welt Imperias fällt dementsprechend leicht – man kann sich sowohl die Bewohner, als auch das Land und die Hintergründe sehr gut vorstellen, was an den stimmigen Beschreibungen und den solide geschriebenen Kampfszenen liegt. Auch die erotischen Sequenzen sind sehr schön umgesetzt, wirkten weder gestelzt noch zu lang. Laurin Dahlem legt ein in sich gelungenes, wortgewaltiges Werk vor.

 

Fazit:
„Imperia“ ist ein gelungener Asian Fantasy-Roman, der durch sympathische Charaktere und einen tollen Stil besticht. Leider trübt das abrupte, gehetzte Ende, die Logiklücken und das verschenkte Potenzial das Lesevergnügen ein wenig, denn Laurin Dahlem hätte aus der Geschichte etwas Längeres oder Mehrteiliges machen sollen, um den Figuren und ihrer Welt gerecht zu werden – schade! „Imperia – Im Schatten des Drachen“ beginnt stark und mitreißend, lässt jedoch genauso stark nach, was den Leser fast ein wenig verärgert zurücklässt. Dennoch lohnt sich das Lesen, denn Laurin Dahlem erschafft nichtsdestotrotz eine faszinierende Welt, die Lust auf mehr macht.

Quelle: http://www.like-a-dream.de