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Like a Dream

Bücher-Blog des homoerotischen Internetportals "Like a Dream" (www.like-a-dream.de). Hier werden vorwiegend homoerotische Romane vorgestellt, aber auch Kinder- und Jugendbücher.

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Erdbeeren, Zimt und Einsamkeit - Marie Sexton, Kathrin Weisenfels

Story:
Für den Workaholic Jonathan steht der Job an erster Stelle. Für seine Karriere reist er quer durchs Land, berät Kunden und setzt alles daran sich mit seinem Chef gut zu stellen. Als Jared, ein Freund seines Ex Zach eines Tages Jonathans Handy-Nummer an den provokanten, stinkreichen Cole weitergibt und die beiden sich zum Essen verabreden, endet ihr erstes Treffen in einem Desaster. Dennoch kommen sich die beiden näher und beginnen eine lose Sexbeziehung ohne Regeln und Verpflichtungen. Schon bald wird aus dem ungezwungen Spiel mehr, doch Coles Auftreten und seine extrem Art machen dem ernsten und korrekten Jonathan zu schaffen. Und selbst als er sich mit der offensiven Natur seines Liebhabers anfreundet und lockerer wird, steht ihre beginnende Beziehung unter einem schlechten Stern, denn Cole kann selten für längere Zeit an einem Ort bleiben …

 

Eigene Meinung:
Mit dem romantischen Roman „Erdbeeren, Zimt und Einsamkeit“ (OT: „Strawberries for Dessert“) legt Marie Sexton einen Spin-Off ihrer populäre „Coda“-Reihe vor, deren erster Teil „Promises“ einer der erfolgreichsten Gay Romance Bücher ist und dessen deutsche Ausgabe als eBook beim Lyx Verlag erschien. Die Geschichte konzentriert sich Jonathan und Cole, die als Nebenfiguren in der „Coda“-Reihe vorkommen und findet in dem Roman „Fear, Hope and Bread Pudding“ eine Fortsetzung. Das der Lyx Verlag bisher keine weiteren Teile angekündigt hat, ist es fraglich, ob auch die drei Romane der „Coda“-Reihe nach Deutschland kommen, während die Chancen für die Fortsetzung von „Erdbeeren, Zimt und Einsamkeit“ recht gut stehen dürfte, da der Cursed Verlag zumeist Reihen beendet.

 

Die Geschichte bietet grundsätzlich wenig Neues – Marie Sexton legt eine romantische Liebesgeschichte vor, die auch Einsteiger problemlos genießen können. Es ist nicht notwendig die „Coda“-Reihe zu kennen, um den vorliegenden Roman genießen zu können, da alles notwendige erklärt wird. Vorwiegend dreht sich alles um die Beziehung zwischen Cole und Jonathan, das meiste spielt sich daher zwischen den beiden ab. Hin und wieder sorgen einige bestimmte Situationen und Figuren für ein wenig Abwechslung, aber insgesamt ist „Erdbeeren, Zimt und Einsamkeit“ ein typischer Character Plot, sprich die Protagonisten treiben die Handlung vorn, nicht die Story oder die Hintergründe.
Das ist nicht weiter schlimm – Marie Sexton will einfach nur unterhalten und liefert daher einen Roman zum Abschalten und Genießen, ohne dass man sich über komplizierte Hintergründe und Handlungsbögen Gedanken machen muss.

 

Dementsprechend sind die Figuren gut ausgearbeitet und sehr lebendig. Jonathan wächst einem schnell ans Herz und man kann sich gut mit ihm identifizieren. Man versteht seine Sorgen und die Probleme, die er bezüglich Coles extravagantem, tuntigen Auftreten hat, gleichzeitig versteht man im Laufe der Zeit auch Coles Beweggründe. Das macht die Figuren sehr greifbar und trotz aller Romantik niemals unrealistisch. Sicherlich ist Cole sehr offensiv mit seiner Homosexualität und trägt seine sexuellen Vorlieben wie eine Rüstung vor sich her, doch es passt zu ihm und seiner Natur.

 

Stilistisch liefert Marie Sexton solide, gut lesbare Kost, die gut zur Geschichte und den Figuren passt. Sie verzichtet auf allzu extravagante und übertriebene Beschreibungen, was glücklicherweise auch auf die Sexszenen zutrifft. Diese sind bis auf wenige Ausnahmen lediglich angedeutet, selten geht sie so sehr ins Detail, dass sie mehrere Seiten füllt. Stattdessen begnügt sie sich mit einigen kurzen Absätzen, die vollkommen ausreichen.
Auch sonst besticht der Roman durch eine klare, flüssige Sprache, die sich gut lesen lässt und dank der man sehr schnell in den Roman eintauchen kann. Dadurch liest man, „Erdbeeren, Zimt und Einsamkeit“ in einem Rutsch und schaut neugierig nach der Fortsetzung oder anderen Werken der Autorin.

 

Fazit:
„Erdbeeren, Zimt und Einsamkeit“ ist ein schöner, stimmungsvoller Roman für Zwischendurch, der durch sympathische Charaktere und einen angenehmen Schreibstil besticht. Außergewöhnliche Handlungsbögen und Wendungen findet man hier zwar nicht, doch man wird dennoch gut unterhalten. Wer gut geschriebene Gay Romance sucht und wem die detaillierten Sexszenen einiger Romane zu viel sind, der ist bei Marie Sextons Roman an der Richtigen Adresse. „Erdbeeren, Zimt und Einsamkeit“ lohnt sich für alle, die gefühlvolle, romantische Liebesgeschichten mögen.

Quelle: http://www.like-a-dream.de